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Pee Wee Ellis - 2014

Es gibt ziemlich viele Risiken, denen sich ein Musiker in seinem Geschäft aussetzen kann. Ein abrupter Stil- oder Genrewechsel zählt dazu, der Entschluss, das vormals akustische Instrument fortan mit Elektrizität zu versorgen ebenso wie auch in den Achtzigern der Übergang vom Analogen zum Digitalen. In manchen Fällen genügt sogar eine neue Frisur.
Auf Pee Wee Ellis trifft all das nicht zu. Er steppt seit rund 50 Jahren beherzt und erfolgreich zwischen den Genren und egal was er macht, ob Jazz, Blues, Worldmusic, Swing, Funk oder gar Rock’n’Roll, man weiß es wird gut, tanzbar und erfolgreich. Ellis war schließlich nicht jahrelang das Rückgrat der James Brown Horns und danach weltweit gefeiertes Synonym für ’the real funky tunes’, um jetzt, mit 73 Jahren, sich einfach zur Ruhe zu setzen oder nur noch seine größten Erfolge immer und immer wieder zu spielen. Er wollte sich auch nie auf nur eine Richtung festnageln und nur das spielen, was die Leute am liebsten hören wollen.
Er blieb Mr. Crossover und so kommt nach seiner letztjährigen Weihnachts-CD endlich wieder ein funkiges Album auf den Markt.
Um zu verstehen, weshalb Pee Wee Ellis weltweit so gefeiert und verehrt wird, muss man wissen, woher dieser erstaunliche Saxophonist eigentlich kommt und wer ihm auf seinem Weg an die Spitze alles die Hand gereicht hat – ob nun als Helfer oder Danksagender. Ohne Pee Wee hätte es den Godfather of Funk, hätte es James Brown zumindest im aufregenden Sound der Sechziger niemals gegeben. Ellis war zwar nominell neben Maceo Parker und Fred Wesley nur ein Drittel der mittlerweile legendären JB Horns, betätigte sich aber maßgeblich und im Unterschied zu den zwei Kollegen auch als Songwriter und Arrangeur des einmaligen Trios. Dank seiner Person wurde die Brass Section erstmals vom Vehikel für mehr oder weniger inspirierte Soli zum wichtigsten Teil der Rhythm Section, vor dem James Brown seine artistischen Scats vollführte. Wenn Pee Wee blies, geriet James Brown in Ekstase.
Von 1965 bis 1969 spielte Ellis mit den legendären JB Horns und begleitete James Brown durch dessen erfolgreichste Schaffensphase. Aber Pee Wee ist nicht nur ein exzellenter Tenorist, begnadeter Komponist und Arrangeur, sondern auch ein großartiger Co-Writer und Bandleader. So nahm er mit Van Morrison seit 1979 sechs Alben auf und leitete dessen Band. In den 90er Jahren wiederholten die beiden noch einmal erfolgreich ihre Zusammenarbeit, bis Pee Wee sich wieder mehr dem Jazz widmete. Diesmal mit Stars aus dem Afro Cuban Bereich wie, Ali FarkeTouré, Cachaito Lopez oder Anga Diaz vom Buena Vista Social Club. Das alles zeigt Ellis' große musikalische Bandbreite.
An die wohlbekannte Ansage der JB Horns in jedem Konzert, man werde jetzt „zwei Prozent Jazz und 98 Prozent funky music‘‘ spielen, hält sich Ellis bei seinen Konzerten gefühlt zwar immer noch, doch ist es tatsächlich weit mehr, als nur eine tanzbare, explosive Funk-Show! Es ist auch ein ständiger Spagat zwischen Blues, Jazz und mitunter sogar Gospel, teils mit einem Schuss Swing versüßt.

Erst kürzlich hat er den Ehrendoktor der Universität Bath/UK verliehen bekommen. Wie kein anderer Musiker steht er an der Nahtstelle zwischen Jazz und Funk, schließlich hat er zusammen mit James Brown, der in diesem Herbst mit einem von Mick Jagger produzierten Spielfilm geehrt wird, den Rhythm & Blues zum Funk entwickelt, mit seinen Hits "ColdSweat" und "Say it loud - I'm black and proud".

Datum Ort  Location Künstler/Band Beginn
06.10.2014 München-Olching Legends Of Rock Pee Wee Ellis / Paddy Korn & Band 20:30 Uhr
07.10.2014 Bamberg Jazz Club Pee Wee Ellis / Paddy Korn & Band 21:00 Uhr
08.10.2014 Hamburg Fabrik Pee Wee Ellis als Gast bei

30 Years of Minor Music

21:00 Uhr
10.10.2014 Lübeck Werkhof Pee Wee Ellis / Paddy Korn & Band 21:00 Uhr